Was für ein Wort! Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen! Bürokratieentlastungsgesetz!! Kannst du dieses Wort zehnmal hintereinander aussprechen ohne dass du einen Knoten in der Zunge bekommst? 😉

Was ist das Bürokratieentlastungsgesetz?

Das aktuelle Bürokratieentlastungsgesetz ist bereits das dritte Gesetz dieser Art. Das erste gab es im Jahr 2015 und das zweite im Jahr 2017.

Das aktuelle dritte Bürokratieentlastungsgesetz wurde am 24.10.2019 vom Bundestag verabschiedet. Der Bundesrat hat am 08.11.2019 zugestimmt.

Durch dieses Gesetz wurden Eckpunkte zur Entlastung der mittelständischen Wirtschaft von der Bürokratie beschlossen. Mit diesen sollte der Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt und Impulse für Wachstum und Investitionen gesetzt werden

Was wurde konkret beschlossen?

In diesem Artikel stelle ich dir die in meinen Augen wichtigsten Neuerungen vor. Alle Änderungen ausführlich vorzustellen, würde den Umfang dieses Artikels sprengen 😉

Umsatztsteuervoranmeldung bei Existenzgründern

Grundsätzlich hängt der Zeitraum für den eine Umsatzsteuervoranmeldung abgegeben werden muss, von der Höhe der Umsatzsteuer des Vorjahres ab. Bei Existenzgründern gibt es allerdings keine Vorjahresdaten. Deshalb gilt für Existenzgründer die Regelung, dass sie im ersten Jahr monatlich ihre Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben müssen.

Diese Regelung wird aber nun durch das Bürokratieentlastungsgesetz befristet geändert. Nun können Existenzgründer in den Jahren 2021 bis 2026 ihre Umsatzsteuervoranmeldung auch quartalsweise abgeben, wenn diese voraussichtlich 7.500 € nicht übersteigen wird.

Falls du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmst, betrifft dich diese Änderung nicht, da du dann gar keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben musst. Allerdings gibt es für Kleinunternehmer auch eine Änderung. Diese erläutere ich dir im nächsten Absatz.

Anhebung der Kleinunternehmergrenze

Die Kleinunternehmergrenze von derzeit 17.500 € wird auf 22.000 € angehoben.

Die Änderung gilt ab dem Jahr 2020. Das bedeutet, wenn du im Jahr 2020 einen Umsatz von weniger als 22.000 € erzielt hast und im Jahr 2021 voraussichtlich nicht über 50.000 € (wie bisher) kommen wirst, dann kannst du weiterhin die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen.

Als Kleinunternehmer stellst du deine Rechnungen netto, also ohne Umsatzsteuer aus. Wichtig ist, dass auf deiner Rechnung ein Hinweis darauf angegeben ist, dass du die Kleinunternehmerregelung anwendest.

Der Vorteil ist, dass Kleinunternehmer keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben müssen. Allerdings können sie auch keine Vorsteuer geltend machen.

Betriebliche Gesundheitsförderung

Der Freibetrag für eine betriebliche Gesundheitsförderung eines Arbeitgebers für seine Arbeitnehmer wird auf 600 € angehoben. (Derzeit 500 €)

Diese Regelung gilt ab dem Veranlagungszeitraum bzw. Lohnzahlungszeitraum 2020.

Beiträge zu einer Gruppenunfallversicherung

Beiträge zu einer Gruppenunfallversicherung, die ein Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer abschließt, können vom Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen pauschal besteuert werden. Die Grenze hierfür liegt aktuell bei 62 € pro Arbeitnehmer pro Jahr.

Durch das Bürokratieentlastungsgesetz wird diese Grenze auf 100 € angehoben. Diese Regelung ist gültig für Lohnzahlungszeiträume ab 2020.

Lohnsteuerpauschalierung bei kurzfristig Beschäftigten

Die Grenze für die Lohnsteuerpauschalierung mit 25 % bei kurzfristig Beschäftigten wurde erhöht von bisher 72 € Arbeitslohn pro Tag auf 120 € Arbeitslohn pro Tag. Die Grenze für den durchschnittlichen Stundenlohn beträgt nun 15 € statt bisher 12 €.

Dies gilt ebenfalls für Lohnzahlungszeiträume ab 2020.

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Eine Neuerung außerhalb des Steuerrechts ist, dass es zukünftig elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (bisheriger gelber Krankenschein vom Arzt) geben soll.

Der Arbeitgeber soll zukünftig elektronisch über die Arbeitsunfähigkeit seiner Arbeitnehmer informiert werden. Arbeitnehmer müssen dann nicht mehr die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber abgeben.

Es wird der Beginn und das Ende der Arbeitsunfähigkeit gemeldet und die Dauer der Entgeltfortzahlung.


Hast du noch Fragen zu den Neuerungen? Dann schreibe mir gerne einen Kommentar oder eine Nachricht.

Was denkst du über die Neuerungen? Betreffen die Neuerungen dein eigenes Business? Findest du die Neuerungen hilfreich? Lass es mich gerne wissen!

Liebe Grüße

Steffi

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